Chance nutzen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Bahn wollen die Gäubahn in den Deutschlandtakt einbinden. Von den aktuellen Planungen würden auch die Bürger und Bürgerinnen in Leinfelden-Echterdingen profitieren.
 
Die Chance den Zug unter die Erde zu legen und vom S-Bahn-Betrieb zu trennen sollten wir nutzen. In den 80er Jahren, beim Ausbau der alten Bahnstrecke Rohr-Echterdingen für den S-Bahn-Betrieb wurde die Tieferlegung der S-Bahn in einen Trog diskutiert, letztendlich aber verworfen. Bis heute ist zu hören: „Hätte man damals doch, ...“ Vielleicht wäre eine Überbauung der Gleise heute längst Wirklichkeit, wäre die Trennung unserer Stadt in Bereiche rechts und links der Gleise nicht mehr gegeben. Für die bestehende S-Bahn-Trasse können wir dies nicht mehr ändern. Wir können aber dafür sorgen, dass die Strecke der S-Bahn vorbehalten bleibt. Damit kann der 15-Minuten -Takt der S2 und der S3 Realität werden.
 
Die Gäubahn bekäme durch die aktuellen Überlegungen eine eigene Strecke. Der Mischverkehr wäre vom Tisch. Ein weiterer Vorteil der Tunnel-Lösung ist der Wegfall der einjährigen Unterbrechung der Verbindung von Leinfelden-Echterdingen nach Filderstadt. Die vorhandene Verbindung nutzen täglich viele Pendler aus Neuhausen, Wolfschlugen und Filderstadt, um bspw. nach Böblingen zu kommen. Bei einer Unterbrechung der Strecke für ein Jahr, bleibt den Betroffenen nur der Wechsel auf das Auto, wenn sie nicht noch öfter umsteigen wollen.
 
Dass die vorliegende Option überhaupt vorhanden ist, geht auf eine Initiative von CDU Regionalpolitikern zurück, darunter Ilona Koch aus L-E und Tim Hauser aus Esslingen. Auf dem Bundesparteitag der CDU wurde ein Initiativantrag platziert, der es bis in den Bundesrat geschafft hat. Dort wurde der zweigleisige Ausbau der Gäubahn auch mit der Stimme des Verkehrsministers aus Baden-Württemberg abgelehnt, obwohl das Projekt einen hohen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leistet. „Ich freue mich für die Filder und darüber, dass der Initiativantrag nicht ohne Wirkung geblieben ist“, so die CDU-Regionalrätin Ilona Koch.
 
Zur ehrlichen Diskussion gehört, dass die vorliegende erste Planung mit einer beachtlichen Summe für den gesamten zweigleisigen Ausbau der Gäubahn zwischen Singen und dem Flughafen verbunden sein wird. Wie bei allen Investitionsprojekten ist auch hier die Länge der Nutzung der Investition von Bedeutung. Die Züge werden nicht nur für wenige Jahre über die Strecke fahren, sondern für viele Jahrzehnte, damit relativieren sich die Summen.
Schließlich wird die Bahnstrecke Rohr-Echterdingen demnächst 100 Jahre alt.

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