Panik versus Umsicht / Für-und Miteinander statt Eigeninteresse

Dieser Tage beschäftigt das Corona viele von uns. War es vor einigen Wochen noch weit weg, kam es in den letzten Tage auch bei uns an. Wie soll ich mich verhalten? Wie umgehe ich mit den Personen um, die plötzlich ins Visier aller geraten sind?

Kann die Wahl des Urlaubsorten Anlass für Ausgrenzung oder gar Stigmatisierung sein? Wenn Panik statt Umsicht regiert, dann ja.

Wichtig ist, dass diejenigen, die in Risikogebieten waren, die Kontakt zu Infizierten hatten, ihrer Verantwortung nachkommen und entsprechend sich aus dem Kontakt mit den Mitmenschen herausnehmen. Also vorsorglich die empfohlenen 14 Tage zu Hause bleiben. Ja, dies kann Einschränkungen für den Einzelnen sein. Man muss sich anders verhalten und ggfs. Gewohntes verändern und auch mal verzichten. Verzichten zum Wohle der Allgemeinheit, zum Schutz von geschwächten und älteren Menschen, bei denen ein besonderes Risiko für die Gesundheit besteht. Entscheiden ist, dass wir alle die Hygiene-Empfehlungen umsetzen.

Die aktuelle Situation kann uns Lehre sein für das menschliche Miteinander in der Gesellschaft. Respekt, Rücksicht und vor allem gegenseitige Unterstützung bringen uns weiter. Unabhängig von Corona gilt es Miteinander zu agieren, andere zu unterstützen. Dazu gehört auch, dass jeder zunächst bei sich selbst nach Verbesserungen sucht: Wo kann ich durch mein Engagement andere (auch langfristig) unterstützen? Was braucht es, damit wir gemeinsam in unserer Stadt und in der Gesellschaft gut leben können?

Vielleicht hat somit die aktuelle Ausnahmesituation gleichzeitig auch was Gutes: die Rückbesinnung auf einen wertschätzenden Umgang miteinander. Der gemeinsame Putztag in unserer Kommune gehört dazu, vielleicht ist er eines Tages gar überflüssig, wenn jeder seinen Müll wieder mitnimmt. Aktionen und Ausrichtung auf das Wohl vieler und nicht nur weniger Einzelner sollten uns leiten. Bürgerbeteiligungen sind ein wichtiger Teil des Miteinanders.

In diesem Zusammenhang stellt sich dann allerdings auch die Frage: Wem soll die jeweilige Bürgerinitiative nutzen? Dem Allgemeinwohl oder dem Erhalt des gewohnten Umfeldes einzelner Betroffener? Auffällig ist, dass Beteiligung dann funktioniert, wenn das direkte, persönliche Umfeld betroffen ist, z. B. bei Bauprojekten in der Nachbarschaft. Seltener ist dies der Fall, wenn es um langfristige Beteiligung geht. Ehrenamtliches Engagement für die Gesellschaft ist vielfach rückläufig. Stehen somit Einzelinteressen über dem Nutzen für das Allgemeinwohl?

Zum resprektvollen Miteinander gehört auch der Umgang mit Entscheidungen von gewählten Gremien. Mit welcher Wortwahl und welchem Tonfall begegnen wir Mandatsträgern und weiteren Verantwortungsträgern und wie äußern wir uns öffentlich zu deren Entscheidung?

Vielleicht sollten wir alle diese Tage nutzen, um in uns zu gehen und unser Agieren kritisch hinterfragen.

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